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    Das Problem mit den Geschenken

    Von Birgit Geistbeck | 17.Juli 2009

    Schenken soll ja Freude machen – sowohl dem Schenkenden als auch dem Beschenkten – nur manchmal will bei dem Beschenkten so gar keine Freude aufkommen. Denn bei den vielen Kleinigkeiten, die man an einem Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt bekommt, überkommt einen schon das eine oder andere Mal die Angst vor dem “Wo soll ich nur damit hin?”
    Dazu kann sich dann auch noch die Geschmacksfrage gesellen. Was dem Schenkenden gefällt, muss dem Beschenkten noch lange nicht gefallen. Also was tun? Gute Miene zum schlechten Geschenk machen und das Geschenk dann im hintersten Winkel des Kellers verschwinden lassen und nur bei angekündigtem Besuch wieder hervorholen?

    Schwierig wird es, wenn man das Geschenk quasi schon in Händen hält. Da bleiben einem eigentlich nur drei Möglichkeiten:

    1.
    So tun, als ob man sich freut, nach der Feier das Geschenk im Keller oder Dachboden auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen und bei Bedarf sprich Besuch wieder hervorholen. Problem: Aus den Augen heißt nicht gleich aus dem Sinn. Unser Unterbewußtsein weiß, dass irgendwo die scheußliche Vase von Tante Erna versteckt ist. Außerdem häuft sich da im Laufe der Zeit einiges an und das wollen wir ja vermeiden.

    2.
    Wieder so tun, als ob man sich freuen würde, nach der Feier das Geschenk entsorgen oder weiterverschenken (da muss man allerdings gut aufpassen an wen) und zur Notlüge “mir ist das Ding leider beim Staubwischen runtergefallen” greifen. Problem: Das schlechte Gewissen könnte einen plagen und irgendwann fallen die Notlügen auf.

    3.
    Sich für das Geschenk bedanken und höflich, aber bestimmt darauf hinweisen, dass man die Mühe schätzt, die sich der Schenkende mit dem Geschenk gemacht hat, dass es aber leider überhaupt nicht zur Einrichtung, zum Geschmack, zum Stil passt und es deshalb total schade wäre, wenn es im Dachboden oder Keller bei Ihnen vergammeln würde. ACHTUNG: Ich sage nicht, dass Sie dem Schenkenden das Geschenk mit den Worten “Den Kram kannst du selbst behalten” um die Ohren hauen sollen. Das ganze sollte man sehr vorsichtig und höflich formulieren. Problem: Man riskiert, dass der andere total beleidigt ist. Überlegen Sie sich einmal, wie Sie reagieren würden, wenn ein Geschenk von Ihnen “zurückgewiesen” würde. Wären Sie auf immer und ewig beleidigt oder würden Sie sich vielleicht sogar für die Ehrlichkeit des anderen freuen?

    Am besten wäre es natürlich, schon im Vorfeld der Schenkerei für Aufklärung zu sorgen. Da gibt es auch wieder verschiedene Möglichkeiten:

    1.
    Ab einem gewissen Alter geht es doch bei Geburtstagen nicht mehr um die Geschenke, sondern darum, dass sich alle mal wieder sehen und zusammen feiern. Was spricht also dagegen, auf Geschenke zu verzichten und sich nur zum Essen oder zum Kaffee zu treffen und zwar ohne die kleinen Mitbringsel. Dann soll lieber jeder was zum Buffet beisteuern.

    2.
    Sie lassen über Ihren Partner oder auf irgendeine andere Weise verlauten, was Sie sich wünschen. Da können dann z.B. auch alle zusammenlegen und einen größeren Wunsch von Ihnen erfülllen. Das funktioniert übrigens auch gut bei Kindern. Bei uns in der Verwandschaft kursieren vor den Geburtstagen der Kinder immer Geschenkelisten, von denen sich jeder etwas aussucht.

    3.
    Sie lassen sich nur noch was zum Essen, Trinken oder Schnittblumen schenken. Das verschwindet irgendwann zwangsläufig von selbst, da aufgegessen, ausgetrunken oder vertrocknet.

    4.
    Sie schenken ein Erlebnis. Diese Geschenke stehen auch nicht rum und bleiben am nachhaltigsten im Gedächtnis haften. Ihre Kinder, Patenkinder, Nichten, Neffen, Enkel sprechen wahrscheinlich noch als Erwachsene davon, dass Sie ihnen zum soundsovielten Geburtstag einen Besuch in einem Freizeitpark, in einem tollen Zirkus oder einen anderen tollen Ausflug geschenkt haben. Das hat einfach damit zu tun, dass Sie damit auch Zeit schenken. Und das ist ja bekanntlich das, was alle am wenigsten haben. Erlebnisse schenken funktioniert übrigens auch bei Erwachsenen: der Kurzurlaub nur zu zweit oder etwas, was man schon immer mal machen wollte (Hubschrauberflug, Ballonrundflug usw.). Buchen kann man so etwas übrigens u.a. bei mydays.
    Ich hab’s jetzt mal ausprobiert und meinem Mann über mydays einen Bildhauerkurs geschenkt, ein schon lang gehegter Traum von ihm. Der Kurs findet übernächstes Wochenende statt. Die Bestellung war auf jeden Fall schon mal problemlos. Ich werde berichten, wie es ihm gefallen hat.

    Birgit Geistbeck
    www.entruempeln-befreit.de
    www.fengshui-geistbeck.de

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    Topics: Allgemein, Entrümpeln, Haushalt, Sonderfälle | 3 Kommentare »

    3 Kommentare to “Das Problem mit den Geschenken”

    1. Feri meint:
      15.August 2009 at 19:53

      Sehr schöne Alternativen =)

      Bin auch jemand, der besonders zu Weihnachten immer so viel Zeug bekommt dass er verzweifelt im Zimmer herumsteht und sich fragt wo das alles hin soll.

      Wunschzettel bringen da nur bedingt was, weil die meisten Leute ja besonders kreativ sein wollen und doch etwas anderes schenken. Ich hab mir daher angewöhnt statt Wunschzettel noch einen Antiwunschzettel zu schreiben, besonders für meine Eltern ;) auf dem einfach steht, was ich bereits habe oder nicht mehr verstauen könnte, beispielsweise Geschirr, Handtücher, Kerzenhalter… Damit kann man schon eine Menge doppeltes oder unnötiges vermeiden und der Schenkende kann sich trotzdem selbst was ausdenken.

      Was auch toll ist, aber eher ein Nebeneffekt: seit ich weggezogen bin und zu Weihnachten per Flugzeug komme, müssen alle Geschenke ja auf dem Rückweg noch mit in den Koffer passen, das reduziert das Volumen enorm *g*

    2. Birgit Geistbeck meint:
      17.August 2009 at 07:19

      Hallo Feri,

      wenn sich die Schenkenden nicht an Wunschzettel halten, ist das natürlich kontraproduktiv. Bei uns funktioniert das immer ganz gut. Wobei ich eher der Typ bin, der das mit dem Schenken bei den Erwachsenen ganz lassen würde (an Weihnachten hab ich mich da schon durchgesetzt). Bei uns läuft es meistens auf die Beteiligung an einem großem Geschenk raus und das ist im Endeffekt dann nur “Geld hin und her schieben”. Außerdem sträube ich mich gegen das “auf Kommando schenken”. Lieber schenke ich unter dem Jahr etwas, wenn ich gerade Lust dazu habe.
      Die Idee mit dem Anti-Wunschzettel finde ich übrigens klasse.

      Birgit

    3. Gaby Wostratzky meint:
      28.Januar 2012 at 13:10

      Liebe Frau Geisbeck,

      zunächst einmal vielen Dank für Ihre vielen tollen Tips. Durch meine Nichte bin ich auf Ihren Blog gestoßen und bin begeistert. Das Thema “Geschenke” habe ich für mich schon vor ein paar Jahren gelöst. Ich habe Allen meinen Freunden verkündet, dass ich ab sofort nur noch Gutscheine als Geschenk haben möchte. Diese vorzugsweise von einer bekannten Parfümeriekette oder von Buchläden, da ich eine begeisterte Leserin bin. Mit dieser Methode sind wir Alle sehr zufrieden, denn auch für die Schenkenden wird das Schenken so sehr einfach und unkompliziert und ich freue mich ehrlich, wenn ich mir “kostenfrei” wieder etwas Schönes kaufen kann. Übrigens, seit einem Jahr bin ich nun auch Besitzerin eines e-book Readers, sodass sich auch das Thema mit in Dreierreihen im Regal stehenden Büchern erledigt hat. Die Buchhandlungsgutscheine nutzte ich nun für die ebooks. Lieben Gruß. Gaby Wostratzky

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