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Es gibt Tage…
Von Birgit Geistbeck | 18.Januar 2012
… da hilft auch die beste Planung nichts. Bei mir war gestern so ein Tag. Angefangen hat er ganz normal, aber ab Mittag ist das Chaos ausgebrochen.
Kind hat auf dem Nachhauseweg von der Schule getrödelt, also waren wir erst um kurz nach zwei mit dem Mittagessen fertig. Für die Küche hab ich anschließend auch fast eine Stunde gebraucht, weil ich nebenbei die “Geigenübungen” unserer Tochter beaufsichtigt habe. Inzwischen kamen von ihr auch Klagen über Kopfschmerzen.
Dann ist eine Feng Shui Kundin von mir vorbeigekommen, um mir die Grundrisse ihrer zukünftigen Wohnung zu bringen. Ein kleiner Plausch und schon war es fast vier Uhr. Töchterlein sollte dann den Hasenstall misten, was aber wegen der Kopfschmerzen dringend meiner Unterstützung bedurfte. Danach musste ich noch ein paar Telefonate führen und Termine koordinieren und flugs war es fast 17 Uhr!
Der Hund sollte und wollte auch noch eine Stunde Gassi. Als ich schon fast auf dem Weg war, ist mir eingefallen, dass ich das Tanzen unserer Tochter ja absagen und den Hasen im Freigehege einfangen muss. Letzterer hat sich natürlich wieder mit allen vier Pfoten gewehrt.
Mein Mann, der im Moment krank ist, kam dann auch noch: “Könntest du noch schnell in die Apotheke fahren?” “Warum bist du nicht gleich heute morgen nach dem Arzt in die Apotheke gefahren?” “Hab ich nicht dran gedacht.” Männer! 99,9% aller Frauen würden sofort nach dem Arzt in die Apotheke fahren, wenn sie eh schon auf dem Weg sind. Aber bei den Männern fehlt anscheinend das Gen, um Dinge zeitsparend zu koordinieren.
Aber zuerst mal der Hund und dann die Apotheke. Auf dem Spaziergang konnte ich dann das erste Mal an diesem Nachmittag abschalten. Ich habe eine Minute lang den Hund aus den Augen gelassen und den Sonnenuntergang genossen, und was macht er? Er hat nichts besseres zu tun, als sich in irgendeinem Dreck zu wälzen.
Als ich wieder zu Hause war, bin ich gleich wieder los in die Apotheke. Dann hab ich den Hund und noch eine Ladung Wäsche gewaschen, die Blumen gegossen und das Abendessen gemacht.
Gegen 20.30 Uhr bin ich in meinen Schreibtischstuhl gesunken, um noch eine Runde zu arbeiten.
Zeitmanagementexperten raten immer, nur 60% der zur Verfügung stehenden Zeit zu verplanen. Das hab ich in meinem Leben noch nie geschafft. Bei mir sind immer mindestens 95% verplant. Deshalb wird es dann etwas hektisch, wenn – wie gestern – viele unvorhergesehene Dinge eintreten. Aber ich weiß wenigstens, wo ich meinen Autoschlüssel finde.
Ihre
Birgit Geistbeck
Topics: Zeitmanagement | 2 Kommentare »
18.Januar 2012 at 16:09
Liebe Frau Geistbeck,
sie sprechen mir aus der Seele – und ich find es erleichternd, dass es auch andere berufstätige, erfolgreiche Frauen nicht schaffen, genübend Zeitreserven für Unvorhergesehenes einzuplanen. Allein die Tatsache nicht allein zu sein entspannt
18.Januar 2012 at 16:40
Wir Mütter sind eben so
Vielleicht findet sich ja noch eine, die es schafft, nur 60% des Tages zu verplanen. Aber für mich mit Kindern fast unmöglich.
Birgit Geistbeck